Notizen eines Novizen - Impressionen vom 46. Skiseminar des VFS von dpa-Sportredakteur Eric Dobias
- jochenguenther
- vor 25 Minuten
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Das Beste kam zum Schluss. Sonne pur, blauer Himmel und schneebedeckte Berge bildeten eine traumhafte Winterkulisse am Ende des 46. Skiseminars des Vereins Frankfurter Sportpresse (VFS) in Hintertux. Kein Wunder, dass die meisten der 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Abreise so lange wie möglich herauszögerten, um auf den hervorragend präparierten Pisten zwischen Gefrorener Wand, Olperer und Lärmstange noch einmal maximalen Fahrspaß zu genießen. Der Abschied fiel da besonders schwer. Doch der Reihe nach.
Schon auf der Anreise wurde der Teamgedanke großgeschrieben. In etlichen Fahrgemeinschaften ging es nach Tirol ins vornehme Hotel Berghof, wo die Familie Dengg einmal mehr ein großartiger Gastgeber war. Und das schon zum 39. Mal! Entsprechend herzlich wurden wir empfangen und fünf Tage lang betreut.
Während die ersten direkt nach der Ankunft in Hintertux zum Apres Ski in der „Tenne“ einkehrten, zog es andere zum Schwitzen in die Sauna. Das abendliche Fünf-Gänge-Menü war dann nicht nur ein Fest für den Gaumen, sondern bildete auch einen gemütlichen Rahmen zum Kennenlernen der Neulinge oder zur Wiedersehensfreude der Stammgäste. Schnell wurde dabei klar: Die Chemie in dieser Ski-Truppe mit dem umsichtigen Teamchef Ralf Weitbrecht an der Spitze stimmt.
Am nächsten Tag ging es dann endlich auf die Piste. Zwar hingen die Wolken am Morgen noch tief, doch davon ließ sich niemand beeindrucken. Der Mut wurde schnell belohnt, denn gegen Mittag übernahm die Sonne das Zepter und begleitete uns bis zur letzten Abfahrt.
Inspiriert von der eigenen sportlichen Leistung wurde nach dem abermals fürstlichen Abendessen intensiv und teilweise auch kontrovers über eine eventuelle deutsche Olympia-Bewerbung und die Förderung des Spitzensports im Land diskutiert. Gerhard Müller, Vorsitzender der Vereinigung Schleswig-Holsteinischer Sportjournalisten und zudem Vorsitzender der Stiftung Kieler Sporthilfe, hatte mit einem kurzen Vortrag zu Beginn gekonnt den Kurs für den verbalen Austausch gesetzt.
Auch auf der Piste waren die Führungsqualitäten des ehemaligen Sport-Ressortleiters der Kieler Nachrichten gefragt. Denn an den beiden folgenden Tagen verschwanden die Berge im dichten Nebel. Dies führte bei dem einen oder anderen zwar zu leichtem Verdruss, aber keineswegs zur Resignation. Wagemutig ging es trotz teilweise dramatischer Sichtverhältnisse ins Tal, wobei Routinier Müller all seine Erfahrung ausspielte und als Spurmacher agierte.
Weil das Wetter nicht so mitspielte wie erhofft, gab es zuvor ein spontanes Alternativangebot. Fitnesstrainerin Iris Birkner brachte die neun Freiwilligen und sich selbst beim Tabata-Kurs - der Laie bezeichnet es als Zirkeltraining mit Musik - ordentlich ins Schwitzen. Dabei wurde die eine oder andere Muskelgruppe völlig neu entdeckt.
Interessant wurde es auch am dritten Abend. Susanne Schödel, langjährige Generalsekretärin des Internationalen Luftsportverbandes und jetzt selbstständige Unternehmerin in Klima- und Umweltfragen, gab mit ihrem Referat über die globale Erwärmung und die Auswirkungen auch auf den Wintersport einige Denkanstöße. Entsprechend lebhaft verlief die anschließende Diskussion über dieses wichtige Thema, das uns alle betrifft.
Nach dem erfolgreichen Kampf gegen die Wetterunbilden stand der letzte Abend bereits im Zeichen des nahenden Abschieds. In Abwesenheit ihres Mannes Ferdinand, der kränkelnd das Bett hütete, nahm sich Gastgeberin Ann-Marie Dengg viel Zeit für uns. Bei einem Obstbrand gab sie Einblicke in den Hotelalltag und einen Ausblick auf anstehende Großprojekte wie den kompletten Neubau des Untergeschosses. Das Resümee des Trips wurde dann zu nächtlicher Stunde an der Bar gezogen und kann in einem Wort zusammengefasst werden: Großartig!
Und so durfte sich Ralf Weitbrecht als zweiter Vorsitzender des VFS über ein Novum freuen. Angetan von den fünf tollen Tagen, die auch mich als Neuling beim Skiseminar begeistert haben, kündigten gleich vier Mitreisende an, dem Verein als außerordentliches Mitglied beitreten zu wollen. Susanne Schödel, Petra Ziegler, Ulrich Müller und Manfred Scholz werden wohl nicht mehr unter dem Status „Gäste“ geführt, wenn es vom 11. bis 15. April 2026 zum 40. Mal in den Berghof an den Hintertuxer Gletscher geht. Die Vorfreude auf dieses besondere Jubiläum war bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern schon bei der Abreise zu spüren.
Eric Dobias
Impressionen vom Skisemiar aus Hintertux Bilder: Ralf Weitbrecht, Uli Schwaab
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